Bericht und Vortrag von Murat Kurnaz und Bernhard Docke am 14.12.2016

audimax

Am 14.12.2016 platzte das Audimax aus allen Nähten.

Die Amnesty International Hochschulgruppe und die Fachschaft Jura hatten den ehemaligen Guantánamo-Häftling Murat Kurnaz und seinen Rechtsanwalt, den Bremer Strafverteidiger Bernhard Docke, in die Uni Bielefeld eingeladen. Vor rund 1500 Besuchern ordnete Bernhard Docke, der maßgeblich für die Befreiung von Murat Kurnaz verantwortlich ist, zunächst die Geschehnisse in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht ein. Kurnaz, der von 2002-2006 unschuldig und ohne Anklage im US-Internierungslager Guantánamo gefangen gehalten und gefoltert worden war, stellte sich anschließend den Fragen der Besucher. Keine dieser Fragen war ihm zu persönlich. Er schilderte geduldig und detailliert, auf welche Arten er gefoltert wurde, woran er dachte und wovon er träumte.

Murat Kurnaz hat, wie er während der Veranstaltung berichtete, die Erlebnisse in Guantánamo gut verarbeitet. Doch damit stellt er eine große Ausnahme dar. Die allermeisten Opfer von Folter tragen schwere psychische Schäden davon.


Die Befreiung von Murat Kurnaz hatte sich im Sommer zum zehnten Mal gejährt, doch sein Fall hat an Aktualität nicht eingebüßt. Den Veranstaltern war es ein Anliegen, gerade jetzt, in Zeiten, in denen die eine Seite, die Angst und Sorge vor Terroranschlägen in Europa, immer weiter Einzug in die Köpfe der Menschen hält, auch die andere Seite zu zeigen - einen Menschen, der im Rahmen eines vermeintlichen Antiterrorkampfes gefoltert, gedemütigt und der Freiheit beraubt wurde. Der Fall Kurnaz zeigt, wie leicht der Kampf gegen den Terror zur Verletzung fundamentaler Menschenrechte führen kann.
Die Amnesty International Hochschulgruppe und die Fachschaft Jura bedanken sich für das überwältigende Interesse und die vielen Fragen während der Veranstaltung.

Impressionen



Organisatoren: Amnesty International Hochschulgruppe Bielefeld und Fachschaft Jura
 
© 2017 Fakultät für Rechtswissenschaft » geändert 19.12.2016 von Jan-Hendrik Haus

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