SPB 7 - Arbeit und sozialer Schutz

I. Berufsfelder*

Der Schwerpunktbereich „Arbeit und sozialer Schutz“ zeichnet sich durch seine besonders hohe praktische Relevanz aus und bereitet die Studierenden auf vielfältige berufliche Einsatzmöglichkeiten vor. So umfassen die Themengebiete des Schwerpunktbereichs die Zuständigkeit von gleich 2 Fachgerichtsbarkeiten (Arbeitsgerichtsbarkeit und Sozialgerichtsbarkeit) mit insgesamt über 2.800 Richterstellen (Zahlenangeben lt. Richterstatistik 2018 des Bundesamtes für Justiz). Unter den Fachanwaltschaften ist der Fachanwalt für Arbeitsrecht mit über 10.500 Fachanwälten am weitesten verbreitet, was auf die überragende wirtschaftliche Bedeutung des Arbeitsrechts hinweist. Ähnliches gilt für den Fachanwalt für Sozialrecht. Hier sind derzeit ca. 1.900 Fachanwältinnen und Fachanwälte zugelassen (Zahlenangaben lt Fachanwaltsstatistik 2019 der BRAK). Von daher eröffnet das Schwerpunktbereichsstudium und damit die frühzeitige intensive Beschäftigung mit dem Arbeits- und Sozialrecht einen zusätzlichen Qualifikationsnachweis, der für die spätere berufliche Tätigkeit sicherlich erhebliche Vorteile bietet. Neben den klassischen juristischen Berufen in der Justiz, der Anwaltschaft und der Verwaltung (Krankenkassen, Rentenversicherungsträger, Berufsgenossenschaften, Bundesagentur für Arbeit) öffnen sich für den arbeits- und sozialrechtlich ausgewiesenen Juristen darüber hinaus weite Berufsfelder in der Wirtschaft (Rechts- und Personalabteilungen der Unternehmen) und bei zahlreichen Verbänden (insbesondere den Gewerkschaften und den Verbänden der Arbeitgeber).

II. Gegenstände von Studium und Prüfung

Die Gegenstände des Studiums im Schwerpunkt „Arbeit und sozialer Schutz“ sind in § 26 Abs. 1 StudPrO 2020 aufgelistet. Im Schwerpunkt werden die arbeitsrechtlichen Grundkenntnisse aus dem Grundkurs Arbeitsrecht vertieft und Kenntnisse im Sozialrecht vermittelt. Im Arbeitsrecht werden z.B. Vertiefungsveranstaltungen zum Individualarbeitsrecht sowie Veranstaltungen zum Koalitions-, Tarifvertrags- und Arbeitskampfrecht, zum Betriebsverfassungsrecht und zum europäischen Arbeitsrecht angeboten. Das Angebot im Sozialrecht erfasst z.B. das Sozialversicherungsrecht einschließlich des Arbeitsförderungsrechts, das Recht der Grundsicherung für Arbeitsuchende, das Sozialhilferecht und das Gesundheitsrecht. Das Angebot wird abgerundet durch Veranstaltungen zum Verfahrensrecht beider Rechtsgebiete. Das Studium dieser Gegenstände des Schwerpunktbereichs erstreckt sich auf 12 LVS. Das jeweilige Angebot, das in der Regel durch Fallübungen begleitet wird, wird rechtzeitig vor Semesterbeginn im ekVV bekanntgegeben.

Bei weiteren 4 LVS bestehen in gewissem Umfang Wahlmöglichkeiten. Wie in allen Schwerpunktbereichen erstrecken sich Studium und Prüfung im Umfang von 2 LVS auf eine Veranstaltung aus einem der Grundlagenfächer im Sinne von § 2 Abs. 2 StudPrO 2020. Weitere 2 LVS bestreiten die Studierenden nach ihrer Wahl mit Veranstaltungen aus dem Gesellschaftsrecht, dem Insolvenzrecht, der Rechnungslegung oder solcher Veranstaltungen aus dem Arbeits- oder Sozialrecht, die als Veranstaltungen nach Wahl ausgewiesen sind

III. Die universitäre Schwerpunktbereichsprüfung

Die universitäre Schwerpunktbereichsprüfung setzt sich aus einer Klausur und einer häuslichen Arbeit (ggfls. mit mündlicher Prüfung) zusammen. Die Details regeln die §§ 27, 52 ff. der StudPrO 2020. Zusammenfassend gilt Folgendes (verbindlich sind allein die Regelungen der StudPO): Der Klausurstoff erfasst nach § 56 Abs. 2 StudPrO 2020 die Gegenstände des von dem Prüfling gewählten Schwerpunktbereichs einschließlich der internationalen und interdisziplinären Bezüge sowie der Verbindungen zu den Pflichtfächern im Sinne von § 11 Abs. 2 und 3 JAG NW. Der Prüfungsausschuss gibt vor Vorlesungsbeginn bekannt, auf welche Gegenstände sich die Klausur bezieht. Die vierwöchige Hausarbeit wird regelmäßig als Themenhausarbeit ausgegeben. Sie kann nach Wahl des Veranstalters gem. § 27 Abs. 2 S. 1, 52 Abs. 7 StudPrO 2020 mit oder ohne mündliche Prüfung gestellt werden. Wird die Hausarbeit in einem Seminar angefertigt, so ist die Teilnahme an der Seminarveranstaltung eine nachzuweisende Studienleistung gemäß § 58 Abs. 3 StudPrO 2020.

Alle Leistungen werden von jeweils zwei Prüfern unabhängig bewertet. Das Ergebnis der universitären Schwerpunktbereichsprüfung fließt zu 30 % in das Gesamtergebnis der ersten Prüfung ein, dabei werden die häusliche Arbeit und die Klausur mit je 50 % bewertet. Die übrigen 70% entstammen nach Maßgabe des JAG NW dem staatlichen Prüfungsteil (sechs Klausuren und eine mündliche Pflichtfachprüfung).

IV. Besonderheiten des Schwerpunktbereichs

Der Schwerpunktbereich „Arbeit und sozialer Schutz“ ist zwei Fachsäulen zugeordnet, dem Privatrecht und dem öffentlichen Recht. Während die Dogmatik im Arbeitsrecht weit fortgeschritten ist und von den Studierenden dementsprechend auch in Detailfragen vertiefte Kenntnisse erwartet werden, beschränkt sich die Lehre des Sozialrechts im Wesentlichen auf die Vermittlung grundlegender Zusammenhänge, die auch über tagespolitische Eingriffe des Gesetzgebers hinaus Bestand haben. Besondere Aufmerksamkeit wird den Schnittpunkten der beiden Rechtsgebiete zuteil.

V. Die Lehrenden

Die Lehrveranstaltungen des Schwerpunktbereichs werden im Wesentlichen von drei Hochschullehrern der Universität Bielefeld betreut. Frau Prof. Dr. Ulrike Davy trägt die Hauptlast der sozialrechtlichen Vorlesungen; Frau Prof. Dr. Sudabeh Kamanabrou und Herr Prof. Dr. Oliver Ricken teilen sich die arbeitsrechtlichen Veranstaltungen. Die Vorlesungen, die der Wahl der Studierenden unterliegen (§ 26 Abs. 2 StudPrO 2020), werden von denjenigen Hochschullehrern, die in den entsprechenden anderen Schwerpunktbereichen unterrichten, sowie von einer Honorarprofessorin und einem Honorarprofessor getragen (Frau Vors. Richterin am Bundesarbeitsgericht Prof. Dr. Anja Schlewing, Herr Rechtsanwalt Prof. Dr. Heinrich Gussen).

VI. Ansprechpartner(innen)

Für weitere Fragen zum Schwerpunktbereich Arbeit und sozialer Schutz wenden Sie sich bitte an:

Frau Prof. Dr. Ulrike Davy, H 0 - 40, Telefon: 106-4400

Frau Prof. Dr. Sudabeh Kamanabrou, H 1 - 111, Telefon 106-6947

Herrn Prof. Dr. Oliver Ricken, H 1 - 107, Telefon 106-6971

* Dieser Text verwendet die männliche Form, um die Lesbarkeit des Textes zu erleichtern. Gemeint sind stets Männer, Frauen sowie Personen, die dem dritten Geschlecht angehören.

© 2017 Fakultät für Rechtswissenschaft » geändert 02.03.2020 von Prof.'in Dr. Sudabeh Kamanabrou

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