Projekt "Staatsanwaltschaftliche und polizeiliche Ermittlungstätigkeit im Bereich der Wirtschaftskriminalität"

Das seit Juli 2004 etablierte Projekt „Staatsanwaltschaftliche und polizeiliche Ermittlungstätigkeit im Bereich der Wirtschaftskriminalität“ des Instituts für Rechtstatsachenforschung und Kriminalpolitik der Universität Bielefeld / Prof. Dr. Backes erforscht die strafrechtliche und strafprozessuale Aufarbeitung von Korruptions- und Wirtschaftsdelikten durch die Ermittlungsbehörden.

 

Die Ermittlungen in diesem Kriminalitätsbereich gestalten sich aufgrund der Komplexität vieler wirtschaftskrimineller Sachverhalte für Polizei und Staatsanwaltschaft oft als schwierig. Auch wird von den eingeleiteten Ermittlungsverfahren ein überdurchschnittlich hoher Anteil wieder eingestellt, weil sich kein hinreichender Tatverdacht feststellen ließ.

Dies könnte zum einen die Vermutung nahe legen, dass der Wirtschaftskriminalität mit den herkömmlichen Ermittlungsmethoden nicht beizukommen ist. Zum anderen ist jedoch zu befürchten, dass eine Vielzahl von Ermittlungsverfahren aufgrund der strukturellen Besonderheiten wirtschafskrimineller Delikte gegen Unschuldige geführt werden, die mit erheblichen wirtschaftlichen und sozialen Konsequenzen für die Betroffenen einher gehen können.

 

Schwerpunkte der Untersuchung sollen daher an der Rechtstatsächlichkeit ausgerichtete Studien zum Anfangsverdacht als Schwelle für grundrechtsinvasive Eingriffe, zur Sicherstellung von Vermögenswerten im Ermittlungsverfahren und zu aktuellen Fragestellungen der europäischen Strafverfolgung sein. Diese Komplexe werden weiter aus rechtsdogmatischer Perspektive beleuchtet .

Die ersten Forschungsergebnisse des Projekts wurden mit der Studie "Staatlich organisierte Anonymität als Ermittlungsmethode bei Korruptions- und Wirtschaftsdelikten" veröffentlicht.

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