Anwaltsorientierung im rechtswissenschaftlichen Studium

Die Juristenausbildung in Deutschland ist reformbedürftig. Das juristische Studium weist zu wenig Praxisbezug auf und ist zu justizlastig ausgerichtet. Obwohl etwa drei Viertel der Ausgebildeten später den Anwaltsberuf ergreifen, fehlt es an einer hinreichenden Orientierung des Studiums an der anwaltlichen und notariellen Tätigkeit. Da eine umfassende Reform der Juristenausbildung in absehbarer Zeit nicht zu erwarten ist, bedarf es einer "inneren Reform" des Studiums, also Veränderungen der rechtswissenschaftlichen Ausbildung im Rahmen des geltenden Rechts.

Fragen der inhaltlichen Ausgestaltung des rechtswissenschaftlichen Studiums standen im Zentrum der 1. Soldan Tagung für anwaltsorientierte Juristenausbildung, die am 29. und 30. April 1999 unter Beteiligung von Wissenschaftlern und Praktikern in Hannover stattfand. Der Gedankenaustausch ließ den Wunsch entstehen, ein möglichst umfassendes Bild der gegenwärtigen Ausbildungssituation an allen Fakultäten zu gewinnen. Es wurde deshalb dem Institut für Anwalts- und Notarrecht der Universität Bielefeld der Auftrag erteilt, eine Bestandsaufnahme der derzeitigen Anwaltsorientierung im Studium durchzuführen. Mit Mitteln der Hans Soldan Stiftung konnte ab August 1999 eine Erhebung durchgeführt werden, an der sich 21 Fakultäten aus ganz Deutschland beteiligt haben und deren Ergebnisse hier präsentiert werden.

Die vorliegenden Daten können den notwendigen Erfahrungsaustausch erleichtern und Ansatzmöglichkeiten für eine Studienreform unter den geltenden Rahmen-bedingungen aufzeigen. Die beigefügte tabellarische Aufschlüsselung nach Fakultäten bietet zudem allen an der rechtswissenschaftlichen Lehre interessierten, einen schnellen Zugriff auf die verschiedenen Konzepte anwaltsorientierter Ausbildung im Studium.

»Die Examensvorbereitung verknüpft sich mit Einblicken in die anwaltliche Praxis.
Ein Lob, das man nicht jeder Ausbildungslliteratur machen kann.«
azur 10, Sommersemester 2003

»Vor einigen Jahren wäre ein solcher Band kaum beachtet worden, nun ist er hochaktuell.«
Juristische Schulung, JuS 2002, Heft 11
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