SFB 882: Von Heterogenitäten zu Ungleichheiten

Soziale Konstruktion von Heterogenitätskriterien

Ausgangspunkt des Teilprojekts ist die Behauptung: Das deutsche Migrations- und Integrationsrecht habe sein Leitbild verloren. An die Stelle älterer, umstrittener Leitbilder (Assimilation, Multikulturalismus) sei eine ebenso vielstimmige wie konturenarme Kakophonie getreten. Was also solle man bei der Verleihung fester Aufenthaltstitel oder bei der Einbürgerung prüfen, um dem „Integrationsauftrag“ des Rechts entsprechen zu können? Im Migrationsrecht dominiert eine gewisse Regelungsschwäche bzw. -abstinenz der Gesetze. Für unser Teilprojekt stellen sich im Migrationsrecht mehrere Fragen:

  • Welche Wirkung kommt den Leitbildern bei der Steuerung des staatlichen Integrationsrechts zu (rechtspolitische Bedeutung)?
  • Welche Wirkung kommt den Leitbildern bei der Steuerung des gesetzesanwendenden Verhaltens von staatlichen Stellen, Bürgern und Migranten zu (rechtskonkretisierende Bedeutung)?
  • Sind die Leitbilder der unterschiedlichen Teilrechtsordnungen im Mehrebenensystem inhaltlich kongruent (rechtssystematisierende Bedeutung)?

Unsere Untersuchung nimmt ihren Ausgangspunkt bei einer historischen Analyse der Leitbilder und ihrer Verschiebung in der Bundesrepublik. Mit den juristischen Methoden, mittels Aktzenananalyse und Experteninterviews  soll gefragt werden: (1) nach der akteursbezogenen Perspektive: Wer produziert die Leitbilder? Werden sie von Inländern für Migranten (also über deren Köpfe hinweg) oder auch partizipativ produziert? (2) nach der institutionelle Perspektive: Wer rezipiert die – anderswo produzierten – Leitbilder in die Rechtsordnung? (3) nach rechtsgebietsbezogenen Kongruenzen und Inkongruenzen (Aufenthaltsrecht, Sozialrecht, Bildungsrecht) von Leitbildern einzelner Rechtsgebiete. Zentrales Reaktions- wie Steuerungsinstrument der Rechtsordnung ist die rechtliche Gleich- oder Ungleichbehandlung. Hieraus entstehen rechtlich begründete Ungleichheiten als Reaktionen auf wahrgenommene gesellschaftliche Heterogenität (Beispiel: integrierte/nicht integrierte Migranten).

 

Projektlaufzeit: 2011 - 2015

Projektmitarbeiterin:

  • Hacer Bolat
     

Abschlussveröffentlichung:

Hacer Bolat

Integration als Leitbild im deutschen Migrationsrecht, 2016

© 2017 Fakultät für Rechtswissenschaft » geändert 08.01.2019 von Ines Bergmann

Aktuelles vom Lehrstuhl

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Bitte um Beachtung

Die Polizei- und Ordnungsrecht-Abschlussklausur wird am 31. Juli 2020, von 8:00 Uhr bis 13:00 Uhr als Open-Book-Klausur stattfinden. Hinweise zu E-Prüfungen an der Universität Bielefeld finden Sie hier.

Eine mündliche Ersatzprüfung wird im Oktober 2020 angeboten.

 

Zu Ihrer Information

Im Wintersemester 2020/21 bietet Herr Prof. Dr. Gusy ein Seminar an zu dem Thema:

„Die Weimarer Republik im Spiegel ihrer Verfassungsrechtsprechung“.

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

 

 

 

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Examensvorbereitung

Hinweise zur staatlichen Pflichtfachprüfung sind erschienen in: