Erfahrungsbericht 2018

In diesem Jahr ging die Universität Bielefeld gleich mit drei Teams beim Hans Soldan Moot Court an den Start. Die Veranstaltung zur Förderung praxisorientierter Juristenausbildung (www.soldan-moot.de) fand vom 11. bis 13. Oktober 2018 in Hannover statt. Die drei Teams wurden von Frau Prof. Dr. Hähnchen und ihrem  Mitarbeiter Ansgar Keller gecoacht und unterstützt.

Nachdem die drei Teams über etwa drei Monate hinweg je eine Klageschrift und eine Klageerwiderung zu einer fiktiven Fallakte verfasst haben, stellte Hannover die letzte Etappe des diesjährigen Moot Courts dar – die mündlichen Verhandlungen. Hier wird den Teilnehmenden die Möglichkeit gegeben, ihr Auftreten und die rechtliche Argumentation vor zwei Juroren auf die Probe zu stellen. Obwohl jedes Mal über denselben Fall gestritten wurde, entwickelte jede Verhandlung eine spannende Eigendynamik. Dies lag nicht zuletzt an der verschiedenen Schwerpunktsetzung des jeweiligen Vorsitzenden. Geleitet wurden die Verhandlungen von RechtsanwältInnen, RichterInnen und ProfessorInnen.

Zur Einstimmung auf die kommenden Tage bildete am 11. Oktober die 6. Hannoversche Anwaltskonferenz den Auftakt, mit Vorträgen, die auf die Probleme im Fall abgestimmt waren. Unter anderem sprachen unter Leitung von Herrn Tobias Freudenberg, Chefredakteur der NJW, zum Thema „Inkasso- und Anwaltsgebühren“ RA‘in und Notarin Edith Kindermann und zum Thema „Einbau und Regress im Kaufrecht“ Prof. Dr. Stephan Lorenz von der LMU München. Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen und dem weiteren Austausch gab es im Anschluss bei einem Begrüßungsabend der Soldan Stiftung.

Am darauffolgenden Tag begannen die mündlichen Verhandlungen, bei denen sich das Bielefelder Team I gegen die Teams aus Tübingen, Bochum, Halle II und Würzburg durchsetzen mussten. Team II durfte gegen Osnabrück, Bucerius I, Frankfurt (Oder) und Leipzig ihr Können unter Beweis stellen und Team III trat gegen Hannover II, Augsburg I, Köln und Erlangen I an. Je zwei Teammitglieder übernahmen die Rolle als Klägervertreter, bzw. als Beklagtenvertreter. Die Verhandlung gegen Bucerius I wurde sogar live bei Facebook übertragen und ist hier zu sehen.

Obwohl die Leistung in den mündlichen Verhandlungen durchaus gut bewertet wurde, schaffte es keines der drei Teams in das Viertelfinale. Der Ansporn ist also für das nächste Jahr da, den Einzug in das Viertelfinale zu schaffen.

Wir freuen uns, die Möglichkeit bekommen zu haben, an dieser Veranstaltung teilnehmen zu können und über die Erfahrungen und neuen Bekanntschaften, die wir in diesem Zuge gewonnen haben. Wir können allen Interessenten die Teilnahme am Moot Court wärmstens empfehlen. Allerdings sollte man sich auch über den Zeitaufwand, den dieser Wettbewerb mit sich bringt, im Klaren sein.

Besonders verbessert hat sich durch den Moot Court vor allem unsere Fähigkeit, frei vor Menschen zu sprechen und auch bei Gegenargumenten, eine Meinung argumentativ und überzeugend vertreten zu können. Zudem lernten wir auch, mit unbekannten Tatsachen konfrontiert zu werden und auf diese spontan, aber professionell zu reagieren. Schon nach der ersten mündlichen Verhandlung hat man sich für die zweite viel sicherer gefühlt und ist dort auch selbstbewusster aufgetreten. Bei dem Verfassen der beiden Schriftsätze konnten wir unsere Fähigkeiten im Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten festigen und haben gelernt, wie man auch zu völlig unbekannten Themengebieten gute Rechercheergebnisse erzielen kann. Zudem war auch der Bielefelder Pre-Moot in der Kanzlei Brandi, der in diesem Jahr zum ersten Mal stattfand und an dem sechs Team von vier Universitäten teilnahmen, eine sehr gute Vorbereitung auf die mündlichen Verhandlungen. Dieser soll deshalb im kommenden Jahr wieder angeboten werden.

© 2017 Fakultät für Rechtswissenschaft » geändert 16.11.2018 von Kristof Kuprian

Aktuelles

70 Jahre Grundgesetz. Zur Ideengeschichte von Verfassungen. (APuZ 16-17/2019, S. 30-36).

Interview im Grundgesetz-Podcast zur Geschichte der Verfassung (detektor.fm).

Susanne Hähnchen, Rechtsgeschichte

Rezension: Prof. Dr. Gerhard Köbler

Rezension: Mag. phil. Andreas Raffeiner

Rezension: *studere - Rechtszeitschrift der Universität Potsdam

Adomeit/Hähnchen, Latein für Jurastudierende

Rezension: Dr. Alexander Konzelmann bei Amazon

Adomeit/Hähnchen, Rechtstheorie mit Juristischer Methodenlehre

Lehrbuch Adomeit/Hähnchen, Rechtstheorie für Studenten, 7. Auflage 2018

Rezensionen zur 5. Auflage:

Roland Schimmel, in: ZJS 1/2010,
S. 136-137

Jens Ferner

Susanne Hähnchen (Hrsg.), Erstes Bielefelder Kolloquium