22. März 2019

Eine Methodenlehre oder viele Methoden?

Die Methodenlehre ist das rechtswissenschaftliche Grundlagenfach mit der größten Nähe zur Praxis. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Auslegung von Gesetzen, der Anwendung des Rechts und den Grenzender Rechtsfortbildung. Dennoch bleibt die Methodenlehre für Studierende und auch für PraktikerInnen häufig sehr abstrakt. Im juristischen Alltag, im Studium oder in der Praxis, wird ihr Zweck oftmals anscheinend nicht erkannt.

Dominiert vom Zivil- und insbesondere Arbeitsrecht, werden Besonderheiten des Öffentlichen Rechts und des Strafrechts ebenso wenig zur Kenntnis genommen, wie (wieder) aktuelle Ansätze etwa der Rechtsrhetorik, der ökonomischen Analyse und der praktischen Jurisprudenz. Es sind vielmehr eher interne Diskussionen, die innerhalb der Fachdisziplinen in den jeweils noch kleineren Kreisen geführt werden.

Beim ersten Kolloquium 2017 zur Methodenlehre zwischen Wissenschaft und Handwerk (Tagungsband bei Mohr Siebeck) ging es vor allem um eine grundsätzliche Standortbestimmung. Daran anknüpfend soll nun hinterfragt werden, ob es tatsächlich eine einheitliche Methodenlehre gibt, oder viele Methoden der Rechtsanwendung.

Ziel der Veranstaltung ist es aber vor allem, über Generationen, Fächergrenzen und Schulen hinaus ins Gespräch zu kommen. Damit verbunden ist der Versuch, zur Bedeutung der Grundlagenfächer beizutragen, die zwar theoretisch immer wieder beschworen (vgl. etwa Wissenschaftsrat 2012 und JZ Heft 14/2013), praktisch aber immer geringer wird.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich daran zu beteiligen! Weitere Informationen, insbesondere zur Anmeldung, entnehmen Sie bitte dem Flyer.

 

© 2017 Fakultät für Rechtswissenschaft » geändert 31.01.2019 von Jan Hockenholz

Aktuelles

70 Jahre Grundgesetz. Zur Ideengeschichte von Verfassungen. (APuZ 16-17/2019, S. 30-36).

Interview im Grundgesetz-Podcast zur Geschichte der Verfassung (detektor.fm).

Frau Prof. Dr. Susanne Hähnchen erhielt am 08.06.2018 den Ars legendi-Fakultätenpreis für exzellente Hochschullehre.

Susanne Hähnchen (Hrsg.), Erstes Bielefelder Kolloquium

Susanne Hähnchen, Rechtsgeschichte

Rezension: Prof. Dr. Gerhard Köbler

Rezension: Mag. phil. Andreas Raffeiner

Rezension: *studere - Rechtszeitschrift der Universität Potsdam

Adomeit/Hähnchen, Latein für Jurastudierende

Rezension: Dr. Alexander Konzelmann bei Amazon

Adomeit/Hähnchen, Rechtstheorie mit Juristischer Methodenlehre

Lehrbuch Adomeit/Hähnchen, Rechtstheorie für Studenten, 7. Auflage 2018

Rezensionen zur 5. Auflage:

Roland Schimmel, in: ZJS 1/2010,
S. 136-137

Jens Ferner