Öffentliches Wirtschaftsrecht in der EU - Schwerpunktbereich 4

Zum Hauptstudium an der Universität Bielefeld gehört die Absolvierung eines gewählten Schwerpunktbereiches, der zugleich einen Teil des Ersten Staatsexamens darstellt und zu einem Drittel in die Gesamtnote einfließt.

Vor allem aber bietet der Schwerpunktbereich Ihnen als Student/in die Möglichkeit, sich intensiver mit für Sie interessanten Rechtsgebieten zu beschäftigen. Hier können Sie im Gegensatz zum staatlichen Teil der Examensprüfung Ihren Neigungen folgen und zugleich attraktive Zusatzqualifikationen für Ihr späteres Berufsleben erwerben.

 

Wirtschaftsrecht in der EU - international, herausfordernd, praxisrelevant

 

Vor dem Hintergrund internationalisierter Märkte vermittelt das Studium im SPB 4 vertiefte Kenntnisse über die rechtlichen Rahmenbedingungen wirtschaftlicher Tätigkeit. Denn die Wirtschaft unterliegt immer stärker den Regimen aufeinander bezogener und miteinander verflochtener internationaler, europäischer und nationaler Vorschriften. Dabei handelt es sich um Normen des Wirtschaftsvölkerrechts, des Europäischen Wirtschaftsrechts sowie des Wirtschaftsverfassungs- und Wirtschaftsverwaltungsrechts.

Mitgliedstaaten der EU

Von besonderem Interesse sind etwa der grenzüberschreitende Waren- und Dienstleistungsverkehr und der Energie- und Telekommunikationssektor, aber auch die staatliche Wirtschaftsteilnahme, staatliche Beihilfen und Subventionen, die Vergabe öffentlicher Aufträge oder der Schutz eines unverfälschten Wettbewerbs.

In diesen Bereichen tätige Juristen müssen, ob in beratender, richterlicher oder verwaltender Funktion, den damit verbundenen Herausforderungen sachlich und methodisch gewachsen sein. Die Ausbildung in diesem Schwerpunktbereich legt die hierfür notwendigen Grundlagen und vertieft Rechtsgebiete des Pflichtfachs. Ob in einer international tätigen Anwaltskanzlei oder in der Verwaltung vor Ort - dieser Schwerpunktbereich ist in der Praxis eine hilfreiche Zusatzqualifikation.

 

Inhalt des Schwerpunktbereichs 4

Das SPB-Studium ist auf zwei Semester ausgelegt. Während des SPB-Studiums müssen insgesamt mindestens 18 Semesterwochenstunden (SWS) belegt werden:

12 SWS aus dem Kerngebiet

Dieses umfasst:

  • die Grundprinzipien der Völkergemeinschaft,
  • das Wirtschaftsvölkerrecht,
  • das Europäische Wirtschaftsrecht
  • sowie das Wirtschaftsverfassungs- und Wirtschaftsverwaltungsrecht.

Die Veranstaltungen führen in das internationale Recht ein (Allgemeines Völkerrecht/Wirtschaftsvölkerrecht). Zugleich werden die Kenntnisse im Europarecht (Binnenmarktrecht) vertieft und die wichtigsten Materien des klassischen wie auch modernen öffentlichen Wirtschaftsrechts (u.a. Gewerbe-, Vergabe-, Telekommunikations- und Energierecht) behandelt.

Die Dozenten im Kerngebiet sind

 

4 SWS aus einem Ergänzungsgebiet

Hier besteht die Auswahl zwischen

  • Steuerrecht
  • Umwelt-, Technik-, Planungsrecht
  • Unternehmensrecht
  • Internationales Privat- und Verfahrensrecht

 

2 SWS aus einem der Grundlagenfächer

Hierzu zählen die Veranstaltungen

  • zu den Methoden und Grundlagen des Rechts,
  • zu den historischen Grundlagen des Privatrechts und des Strafrechts,
  • der Ideengeschichte des Verfassungsrechts,
  • zur Methodenlehre,
  • zur Rechts- und Verfassungsgeschichte,
  • zur Rechtsphilosophie sowie zur Rechtssoziologie.

 

Ergänzende Angebote

In jedem Semester werden zudem Seminare, Kolloquien etc. angeboten, die auf eine weitergehende wissenschaftliche Vertiefung der einzelnen Themenbereiche ausgerichtet sind.

Schließlich sollen Exkursionen zu den wichtigsten Standorten der internationalen und supranationalen Organisationen im Bereich der Wirtschaft (Genf, Luxemburg, Straßburg, Brüssel, Frankfurt) veranstaltet werden.

 

Prüfung

Für die Prüfung im SPB 4 gelten die allgemeinen Vorschriften der Studien- und Prüfungsordnung der Fakultät für Rechtswissenschaft. Danach besteht die Prüfung aus drei Teilleistungen: einer Klausur, einer Hausarbeit und einer mündlichen Prüfung.

  • Die fünfstündige Klausur findet in der zweiten Semesterhälfte statt. Der Prüfungsstoff umfasst dabei die Veranstaltungen des Kerngebietes des jeweiligen Semesters. Die Klausurnote macht 30 Prozent der Gesamtnote im SPB aus.
  • Die Hausarbeit ist in einem Zeitraum von vier Wochen anzufertigen. Die Hausarbeit ist einer Veranstaltung des Schwerpunktbereichs zugeordnet, deren Veranstalter auch das Thema der Hausarbeit stellt. Welche Veranstalter Hausarbeiten anbieten, wird über das Prüfungsamt zu Beginn des Semesters bekannt gegeben. Es handelt sich jeweils um Themenhausarbeiten, die einen Umfang von 35 bis 50 Seiten haben sollen. Die Note der Hausarbeit macht 40 Prozent der Gesamtnote im SPB aus.
  • Die mündliche Prüfung schließt die Ausbildung im Schwerpunktbereich ab und besteht aus zwei Teilen: einem höchstens zehnminütigen Vortrag, für den die Kandidaten 30 Minuten Vorbereitungszeit haben, und ein anschließendes Prüfungsgespräch, das pro Prüfling 15 Minuten dauert und das sich auf den Inhalt der von dem Kandidaten besuchten SPB-Veranstaltungen bezieht. Die Note der mündlichen Prüfung macht 30 Prozent der Gesamtnote im SPB aus.

Für jede dieser drei Teilprüfungen ist eine separate Anmeldung beim Prüfungsamt erforderlich. Die Anmeldung zur mündlichen Prüfung im SPB ist erst nach Abschluss des Hauptstudiums und nach Ablegen der SPB-Klausur und SPBHausarbeit möglich.

Die SPB-Prüfung ist bestanden, wenn mindestens zwei Teilprüfungen mit jeweils mindestens vier Punkten bestanden wurden und der gewichtete (30/40/30) Durchschnitt aller drei Teilprüfungen mindestens vier Punkte ergibt. Eine nicht bestandene Schwerpunktsbereichsprüfung kann zweimal wiederholt werden. Ein Verbesserungsversuch oder die Verbesserung einzelner Teilleistungen sind nicht möglich.

 

Anmeldung und Zulassung

Für das Studium des SPB 4 ist wie in den übrigen Schwerpunktbereichen eine Anmeldung erforderlich. Dieser Zulassungsantrag soll spätestens am letzten Freitag der vorlesungsfreien Zeit eines Semesters gestellt werden. Die Anmeldung erfolgt beim Prüfungsamt der Fakultät für Rechtswissenschaft (Raum T 3 – 130; Tel.: 106-4291).

Voraussetzung für die Anmeldung im Schwerpunktbereich ist das vorherige Bestehen der Zwischenprüfung. Dem Antrag ist daher grundsätzlich der Nachweis über das Bestehen der Zwischenprüfung beizufügen. Sollten noch nicht alle Noten der für die Zwischenprüfung erforderlichen Prüfungen vorhanden sein, kann das Zwischenprüfungszeugnis nachgereicht werden. Wird die Zwischenprüfung dann jedoch nicht bestanden, ist die Anmeldung im Schwerpunktbereich hinfällig.

Der SPB 4 hat gegenwärtig keine zahlenmäßige Zulassungsbeschränkung. Alle Studierenden mit einer abgeschlossenen Zwischenprüfung werden daher auf einen entsprechenden Antrag hin zum SPB 4 zugelassen.

 

Noch Fragen?

Die Dozenten

stehen Ihnen gerne zur Verfügung.

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Europaflagge

 

 

Alle Informationen zum Schwerpunktbereich 4: „Öffentliches Wirtschaftsrecht in der EU"

Der Schwerpunktbereich vermittelt vertiefte Kenntnisse über die rechtlichen Rahmenbedingungen wirtschaftlicher Tätigkeit in Europa.

Prof. Dr. Mayer @ social_networks